Pfaffendorf

 

Geschichte des Dorfes

 

 

Der Ortsname Pfaffendorf erscheint erstmals in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einer Schenkung der Konversin Acela, verbunden mit den Grafen von Schweinfurt, an das Domstift Bamberg.

 

Ungewöhnlich ist die Lage der Kirche außerhalb des Dorfes. Sie deutet auf einen vorchristlichen Kultort hin. Die Quelle mag hierbei von Bedeutung gewesen sein. Über ihr ist auf einem steinernen Bogen ein Bildstock zu Ehren der Hl. Notburga errichtet. Die heutige Kirche, ursprünglich „Zum Heiligen Grab", wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut und entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort. Heute ist St. Georg der Kirchenpatron.

 

Jahrhunderte lang gehörte Pfaffendorf zum Kloster Langheim. 1818 wurde es mit Giechkröttendorf, Bernreuth und einigen Weilern zu einer eigenen Gemeinde zusammengefasst. Das Bild des Dorfes, zum größeren Teil südlich der Staatsstraße gelegen, ist bis heute durch seine Hofstätten geprägt. Die neue Zeit hat mit Siedlungshäusern nördlich der Straße Einzug gehalten.

 

 

 

 

Filialkirche St. Georg

 

Patrozinium: 23. April, Fest des hl. Georg

Kirchweih am Sonntag nach Laurentius, 10. August

 

Die Kirche liegt auf einer kleinen Erhebung im Talgrund zwischen Külmitz und Kordigast an einer alten Wallfahrtsstraße. Die Außenwände sind verputzt, profilierte Fensterrahmungen und farbige Eckverzahnungen beleben das Äußere. Langhausdach, Kuppel, Laterne und Turmzwiebel sind verschiefert. Der jetzige Bau stammt aus dem Jahre 1718 und wurde in der Regierungszeit des Gallus Knauer, Abt des Zisterzienserklosters Langheim (1690-1728), errichtet.

 

Der Hochaltar (ca. 1700) enthält zwischen zwei gedrehten Säulen ein aus dem Jahre 1867 stammendes Altarbild des hl. Georg. Die seitlichen Konsolen tragen die Darstellungen des hl. Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde. Der Tabernakel (frühes 19. Jahrhundert) wird von zwei Anbetungsengeln flankiert. Über dem Altarbild ist das Wappen des Erbauers der Kirche, des Langheimer Abtes Gallus Knauer, angebracht. Den oberen Abschluss bildet das Christusmonogramm im Strahlenkranz zwischen zwei Vasen. Bunt Glasfenster (1903) mit den Bildern der hl. Katharina und Margarete und ein Nazarener-Kreuzweg mit neugotischer Rahmung beleben den Chorraum.

 

Die beiden schräggestellten Seitenaltären sind Arbeiten des Bildhauers Johann Bernhard Kamm aus Bamberg. Im Mittelteil des linken Altars befindet sich eine Darstellung der Muttergottes mit de Kind über einer Gruppe "armer Seelen". Rechts steht der hl. Wendelin, der Patron des Landvolkes. Beide Altäre sind durch spielende Putten und schwungvolle Ornamente belebt. Den oberen Abschluss bildet das Auge Gottes im Dreifaltigkeitssymbol. Die Kanzel (um 1700) und die Orgel (1770) sind barocktypisch reich verziert. Die Orgel wurde 1987 umfangreich renoviert. Der Bildstock aus Sandstein, das wohl älteste und wichtigste Kunstwerk, befindet sich im hinteren Teil der Kirche. Er stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Mit seinem schlanken Bogen überspannte er die östliche der Kirche gelegene Quellfassung, in der einst Kranke Heilung gesucht hatten. Die Reliefdarstellung auf den vier Seiten des Bildstocks zeigen die hl. Notburga, Georg, Laurentius und Sebastian, jene Helfer der in Not und Bedrängnis geratener Menschen. In der Nähe des ehemaligen Standorts wurde 1989 eine Kopie dieser Steinmarter errichtet.

 

Außen, an der Langhaussüdseite, befindet sich ein hölzernes Kreuz aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1989 wurde die Außenrenovierung der Kirche durchgeführt. 1991 wurde eine neue, 180 kg schwere Glocke mit dem Abbild der hl. Notburga gestiftet - die ursprüngliche Glocke wurde im Krieg zu Munition verarbeitet. 1994 erfolgte der Heizungseinbau und anschließend, 1996, wurde eine umfangreiche Innenrenovierung durchgeführt. Das bis dahin vor dem linken Seitenaltar befindliche Kriegerdenkmal, eine Arbeit des Bamberger Bildhauers Hermann Leitherer von 1975, fand einen neuen würdevollen Platz vor dem Kircheneingang.